Das Weiße Haus ist die architektonische Zierde des agra-Parks. Es wurde 1896/97 vom Zeitungsverleger und königlich-württembergischen Konsul Paul Herfurth auf dem höchsten Punkt des Parks errichtet.

 

Die Pläne des Gautzscher Architekten Gustav Hempel waren vom Versailler Lustschloss Petit Trianon inspiriert. Wege und neobarocke Terrassenfiguren sind nach dem Gebäude ausgerichtet. Auch im Inneren des Weißen Hauses lehnten sich die Bauherren an ihr französisches Vorbild an und kreierten einen vergoldeten Spiegelsaal.

 

Das Weiße Haus war bis zum zweiten Weltkrieg Teil und Treffpunkt des Leipziger Kulturlebens. Bis zum Tode von Paul Herfurth 1937 diente das Weiße Haus als Sommersitz. Für die Öffentlichkeit blieb der Park gesperrt. 1945 war es Standort der amerikanischen und russischen Besatzungsmächte. Das Weiße Haus wurde in der DDR ab 1950 für politische und kulturelle Veranstaltungen und als Verwaltungsgebäude für den agra-Park genutzt.

 

Umfangreiche Umbauten in den 1980er Jahren zerstörten die Raumstruktur. Nach einer späteren Nutzung als Hotel erwarb die Stadt Markkleeberg das Weiße Haus 1996. Das Gebäude dient seitdem als offizielles Standesamt der Stadt Markkleeberg. In den Jahren 2005-2014 standen die unsanierten Räume im 1. und 2. OG der Musik- und Kunstschule “Ottmar Gerster“ des Landkreises Leipzig zur Verfügung. 2015 wurde das Gebäudeinnere umgebaut. So wurden ein zweiter Rettungsweg und ein Aufzug eingebaut.

Seit August 2015 hat auch das Amt für Kultur und Tourismus seinen Sitz in diesem Gebäude. Im ersten Obergeschoss werden von den Mitarbeitern wechselnde Gemäldeausstellungen, Konzerte und Vorträge betreut. Auch im Spiegelsaal im Erdgeschoss finden klassische Konzerte statt.

 

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