Durch die Ausdehnung des historischen Herfurthschen Parks bis an die ehemaligen Gärten des Dölitzer Schlosses, gelten Bauten aus der dörflichen Vergangenheit des Leipziger Stadtteils – wie die Wassermühle Dölitz und das Torhaus Dölitz – heute als Teile des agra-Parks.

Das Torhaus Dölitz mit dem markanten Zugang über die Mühlpleiße ist das letzte verbliebene Zeugnis des einstigen Dölitzer Schlosses. Während des zweiten  Weltkrieges 1944 schwer beschädigt, wurde das Hauptgebäude des Schlosses 1947 gesprengt und abgetragen. Auch die einst neben dem Torhaus gelegene Rittergutsscheune wurde 1953 durch einen Band völlig zerstört. Am Torhaus Dölitz sind die typischen Stilelemente der sächsischen Spätrenaissance noch ablesbar. Als die einflussreiche Leipziger Kaufmannsfamilie von Winckler das Rittergut 1639 erwarb, ließ sie es zum repräsentativen Renaissanceschloss umbauen. Fast 300 Jahre befand sich das Schloss im Familienbesitz derer von Winckler. Heute beherbergt das Torhaus Dölitz das Leipziger Zinnfigurenmuseum. Große Teile der aufwändig gestalteten Dioramen thematisieren die Völkerschlacht bei Leipzig und stellen damit einen direkten Bezug zum Umfeld her, denn Schloss und Dorf waren eines der vielen Kampfplätze der verheerenden Schlacht im Oktober 1813.

 

Die Dölitzer Wassermühle am Rande des agra-Parks ist die einzige noch erhaltene historische Wassermühle der Stadt Leipzig. Die Mühle brannte während der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 aus und wurde 1814 wieder aufgebaut. Die Dölitzer Wassermühle verfügt noch über teilweise erhaltene Mühlentechnik. Die historische Wasserkraftanlage konnte wieder aktiviert werden. Ziel des ansässigen Vereins ist der Aufbau eines Mühlenmuseums mit Schaumahlgang. Er betreibt den stetigen Ausbau des sehenswerten Geländes, offeriert Mühlenführungen und Umweltbildungsprogramme.

 

Das historische Dölitz lässt sich rund um die am Torhaus Dölitz verlaufende Helenenstraße erahnen. Wer will, kann dem Verlauf der Mühlpleiße bis in das Connewitzer Holz und dem Leipziger Wildpark folgen. Und auch ein Spaziergang zum nahegelegenen Erholungspark Lößnig-Dölitz mit seinen Teichen, Spielflächen, dem Waldaboretum und dem einzig erhaltenen Tiefbauschacht in Leipzig ist zu empfehlen.