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Der historische Herfurthsche Park ist als Sachgesamtheit nach §2 des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes (SächsDSchG) vom 3. März 1993 geschützt. Für den agra-Park wurde eine denkmalpflegerische Rahmenzielstellung erarbeitet und mit dem zuständigen Landesamt für Denkmalpflege Sachsen abgestimmt. In dieser sind die historische Entwicklung der Anlage, der heutige Zustand, die denkmalpflegerische Bedeutung sowie die daraus resultierenden denkmalpflegerischen Entwicklungsziele dargestellt. Jede Maßnahme, jeder Eingriff, der im Park vorgenommen wird, bedarf daher der denkmalpflegerischen Zustimmung.
Der agra-Park besitzt eine besondere geschichtliche Bedeutung. Der Herfurthsche Park gehörte zu einer Art "Parklandschaft", die sich entlang der Fließgewässer (Pleiße und Floßgraben) im Süden Leipzigs erstreckte. Die meisten dieser ursprünglich zahlreichen Anlagen sind mit der Anlage von Braunkohletagebauen im Süden Leipzigs verschwunden, andere verloren durch eine Umnutzung und Umgestaltung an Zeugniswert. Der agra-Park hat somit Seltenheitswert als Zeugnis einer typischen Parkanlage des Leipziger Bürgertums, das durch Industrialisierung und Handel zu Wohlstand gekom-men war.
Dem agra-Park kommt aufgrund der Gartenbauausstellungen der DDR, die hier von 1948 bis 1959 veranstaltet wurden, auch eine hohe geschichtliche Bedeutung zu.
Auf Grund des Seltenheits- und Erinnerungswertes besteht heute ein großes öffentliches Interesse an der Erhaltung der Anlage. Daraus ergeben sich die denkmalpflegerischen Entwicklungsziele: Die originale Substanz und Strukturen des historischen Herfurthschen Parks müssen erhalten bleiben, bzw. wieder gestärkt werden. An die Zeit des Parks als Ort der Gartenbauausstellung erinnern der Blumenreichtum und der Artenreichtum des Gehölzbestandes. Beide sind zu pflegen. Der östliche Parkbereich mit der Parkgaststätte und der großen Blumenwiese ist ein wichtiges Beispiel für einen Erholungspark der DDR der 1950er Jahre. Auch dieser Bereich muss als Ensemble erhalten bleiben. Der Bau der Hochstraße und die Begradigung der Pleiße, die Anfang der 1970er Jahre durchgeführt wurden, stellen den bisher gravierendsten Eingriff in den Park dar. Der Verlust historischer Parksubs-tanz, die Zerschneidung des Parks und eine Lärm- und Abgasbelastung sind die Folgen. Wichtigstes, wenn auch aus heutiger Sicht sehr hochgestecktes Ziel, ist daher die Verlegung der Hochstraße als Tunnel.
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