Der agra-Park wird in einigen Jahren von Leipzig und dem Leipziger Neuseenland auch per Boot erreichbar sein. Aus diesem Grund möchten wir an dieser Stelle über die aktuellen Planungsstände des touristischen Gewässerverbundes im Leipziger Neuseenland sowie die dafür notwendigen Bauvorhaben im Umfeld des agra-Parks informieren.

Der touristische Gewässerverbund nimmt immer mehr Gestalt an.  Er zielt darauf ab, die neuen Seen im Süden Leipzigs untereinander und mit den Fließgewässern und Kanälen in der Region zu verbinden und wassertouristisch zu entwickeln. Im Vergleich zu anderen alten und neuen wassertouristischen Regionen in Deutschland zeichnet das Leipziger Neuseenland als Besonderheit und Alleinstellungsmerkmal ein enges Nebeneinander von neuen Gewässerlandschaften, alten Naturlandschaften und urbanen Stadträumen aus. Wasser und Kultur sind auf engstem Raum verflochten und werden als gemeinsame Impulsgeber für den Tourismus in der Region weiter entwickelt. Der Leitplan "Wassertouristisches Nutzungskonzept" (siehe Abb.) sieht die Realisierung des Gewässerverbundes auf ca. 200 km Gewässerstrecke  befahrbar auf acht Kursen mit einer Streckenlänge zwischen 7 und 41 Kilometern vor. Einen zentralen Anlaufpunkt dafür soll der künftige Stadthafen in unmittelbarer Nähe der Leipziger Innenstadt bilden, von dem bereits seit 2010 die Außenmole nutzbar ist.

Ohne die dazugehörige Infrastruktur ist der Gewässerverbund aber weder attraktiv noch vielfältig nutzbar. Sie ist notwendig um neben der quantitativen Ausweitung auch qualitativ höhere Standards zu setzen. Durch den Neu- und Umbau von Gewässerabschnitten und Brücken, sowie Fisch-Kanu-Pässen und Schleusen soll die Bootsgängigkeit der Gewässer hergestellt werden. Letztere sind vor allem zur Überwindung der Wehre und der Wasserspiegelhöhenunterschiede von bis zu vier Metern zwischen den Fließgewässern und den einzelnen Seen erforderlich.

Mit dem weiteren Ausbau der wassertouristischen Infrastruktur, zu der unter anderem Häfen, Anlegestellen, Umtrageeinrichtungen sowie Einsetzstellen gehören, sollen zusätzlich Attraktivität und Nutzungskomfort wesentlich verbessert werden. Aufgrund der ökologischen Empfindlichkeit der Fließgewässer und der jungen, instabilen Seen bestehen für die motorgetriebenen Boote jedoch besondere Anforderungen an die Umweltverträglichkeit. Die  Entwicklung des an die Gewässerlandschaft angepassten "LeipzigBoots" berücksichtigt diese Anforderungen. Aber nicht nur das LeipzigBoot trägt dem Schutz von Natur und Landschaft Rechnung, auch die Anbieter von Fahrten mit dem Motorboot stellen sich zunehmend dieser Herausforderung und passen ihre bootsflotten den Umweltbedingungen an.

 

Der touristische Gewässerverbund im agra-Park
Eine Hauptader des Gewässerverbundes ist die Pleiße. Der agra-Park, den sie durchquert, ist Teil der Kurse 5 und 6.

 

Kurs 5: Stadthafen Leipzig - agra-Park - Markkleeberger See - Störmthaler See:
Folgt man der Pleiße durch den Auwald flussaufwärts, so erreicht man mit dem agra-Park ein beliebtes Ausflugsziel. Doch bis man mit einem gewässerangepassten LeipzigBoot dieses Ausflugsziel ansteuern kann, müssen in der Pleiße zwischen der S-Bahnbrücke und dem agra-Wehr einige Flachstellen beseitigt werden. Der Markkleeberger See, so sehen es die Planungen vor, soll über eine ca. 1,4 km lange Gewässerverbindung - die „Markkleeberger Wasserschlange“ - erreichbar sein. Unmittelbar nach dem Abzweigen von der Pleiße in die Wasserschlange ist der Bau einer Schleuse („Möncherei-Schleuse“) erforderlich, um den Höhenunterschied von fast 4 Metern überwinden zu können. Im Bereich des agra-Parks wird es auch eine kleine Ein- und Ausstiegsstelle geben, um die Bootstour vielleicht um einen Parkspaziergang zu ergänzen.
Vom Markkleeberger See im Süden erreicht man über die 2013 fertiggestellte Kanuparkschleuse und den Störmthaler Kanal, den Störmthaler See. Bis zum Hafen Gruna sind es dann nur noch 4,5 km. Ein Zwischenstopp ist aber bereits nach der Hälfte der letzten Strecke - an der VINETA - möglich. Insgesamt wird der Kurs 5 eine Länge von 17,4 km haben und wird neben den muskelgetriebenen Booten auch mit gewässerangepassten Motorbooten befahrbar sein.

 

Kurs 6: Stadthafen - agra-Park - Hainer See
Wer mit seinem Paddelboot oder Kajak nicht in Richtung Markkleeberger See abbiegen möchte, kann sein Boot um das agra-Wehr herum tragen und oberhalb des Wehres weiter dem Verlauf der Pleiße folgen. Um das Umsetzen der Boote zu erleichtern, wird im Bereich des agra-Wehres eine Umtragestelle gebaut. Der dazugehörige Steg bildet bis zur Fertigstellung der Möncherei-Schleuse auch einen Haltepunkt für LeipzigBoote, die Besucher in den agra-Park bringen. Das Ziel des Kurses 6 ist der Hainer See mit dem Hafenbereich in der Lagune Kahnsdorf. Auf dem Weg dorthin gilt es, einige weitere Hindernisse zu überwinden. Langfristig sind daher auch Umtragemöglichkeiten z.B. an der Gefällestufe Großdeuben und dem Böhlener Wehr vorgesehen. Der Kurs 6 hat eine Gesamtlänge von ca. 22 km.
 

Mehr Informationen unter www.gewaesserverbund.de